Living Networked in a Wired World - Vernetzt leben in einer verkabelten Welt
Text von Barry Wellman und Keith Hampton, 1999.
In seinem Text spricht Wellman von einer Verschiebung vom "Leben in kleinen Kästen" zum "Leben in vernetzten Gesellschaften".
Das Leben "im kleinen Kasten" spielt sich in unmittelbarer räumlicher Nähe zu den Mitgliedern dieser Gesellschaftsform ab: man beschäftigt sich nur mit den Mitgliedern der eigenen Gruppe (daheim, in der Nachbarschaft oder auf der Arbeit), die jeweils von einer internen Organisation bestimmt ist und hierarchisch gegliedert ist. Die Welt wird gerne in Gruppen eingeteilt (die Guten und die Bösen, die Armen und die Reichen, usw.), dabei funktioniert sie meist aber als Netzwerk (ohne die Reichen würde es keine arme Menschen geben). Es findet ein Wechsel vom engen und strukturierten Rollenbegriff der Gruppe hin zum freieren und durchlässigeren Begriff des Netzwerks, indem Interaktionen viel flexiblerer und vielschichtiger möglich sind.
Wellman ist der Überzeugung, dass es falsch war und ist, wenn man Gemeinschaften nur nach räumlichen Gesichtspunkten einteilen würde, vielmehr sollten soziale Beziehungen im Mittelpunkt stehen - zumal in unserem heutigen virtuellen Zeitalter, indem jeder zu jedem Zeitpunkt an jedem beliebigen Ort zumindest virtuell anwesend sein kann und dort Beziehungen aufrecht erhalten kann.
Das Netzwerk bietet sowohl die Chance, neue Menschen kennen zu lernen; die Flexibilität dem eintönigen Einzeldasein zu entgehen und woanders sein Glück zu finden; als auch die Unsicherheit sich eindeutig mit einer anderen Netzwerkgruppe zu identifizieren und dort um Hilfe zu suchen.
Internetwissenschaftler setzen voraus, was Gesellschaftssoziologen bezweifeln: das Gemeinschaften eher auf sozialem Austausch basieren als auf ausschließlich räumlicher Nähe.
John Perry Barlow wird zitiert, dass "die Entwicklung des Internets den größten technischen Wandel seit der Entdeckung des Feuers bewirken wird". Die Vernetzung wird demnach einen radikalen und vorallem positiven sozialen Wandel herbeiführen.
Andererseits gibt es auch Kritiker wie Jim Hightower, die die Beeinflussung durch Online-Beziehungen auf unsere traditionelle Lebenswirklichkeit bezweifeln: wir seien zwar elektronisch, virtuell miteinander verbunden, in Wirklichkeit leben wir aber getrennt voneinander. So schauen viele "Onliner" mehr dem Monitor in die Röhre als ihren Mitmenschen in die Augen.
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- A Networked World [Sascha]
- A Wired World: The Case of "Netville" [Christian]
In seinem Text spricht Wellman von einer Verschiebung vom "Leben in kleinen Kästen" zum "Leben in vernetzten Gesellschaften".
Das Leben "im kleinen Kasten" spielt sich in unmittelbarer räumlicher Nähe zu den Mitgliedern dieser Gesellschaftsform ab: man beschäftigt sich nur mit den Mitgliedern der eigenen Gruppe (daheim, in der Nachbarschaft oder auf der Arbeit), die jeweils von einer internen Organisation bestimmt ist und hierarchisch gegliedert ist. Die Welt wird gerne in Gruppen eingeteilt (die Guten und die Bösen, die Armen und die Reichen, usw.), dabei funktioniert sie meist aber als Netzwerk (ohne die Reichen würde es keine arme Menschen geben). Es findet ein Wechsel vom engen und strukturierten Rollenbegriff der Gruppe hin zum freieren und durchlässigeren Begriff des Netzwerks, indem Interaktionen viel flexiblerer und vielschichtiger möglich sind.
Wellman ist der Überzeugung, dass es falsch war und ist, wenn man Gemeinschaften nur nach räumlichen Gesichtspunkten einteilen würde, vielmehr sollten soziale Beziehungen im Mittelpunkt stehen - zumal in unserem heutigen virtuellen Zeitalter, indem jeder zu jedem Zeitpunkt an jedem beliebigen Ort zumindest virtuell anwesend sein kann und dort Beziehungen aufrecht erhalten kann.
Das Netzwerk bietet sowohl die Chance, neue Menschen kennen zu lernen; die Flexibilität dem eintönigen Einzeldasein zu entgehen und woanders sein Glück zu finden; als auch die Unsicherheit sich eindeutig mit einer anderen Netzwerkgruppe zu identifizieren und dort um Hilfe zu suchen.
Internetwissenschaftler setzen voraus, was Gesellschaftssoziologen bezweifeln: das Gemeinschaften eher auf sozialem Austausch basieren als auf ausschließlich räumlicher Nähe.
John Perry Barlow wird zitiert, dass "die Entwicklung des Internets den größten technischen Wandel seit der Entdeckung des Feuers bewirken wird". Die Vernetzung wird demnach einen radikalen und vorallem positiven sozialen Wandel herbeiführen.
Andererseits gibt es auch Kritiker wie Jim Hightower, die die Beeinflussung durch Online-Beziehungen auf unsere traditionelle Lebenswirklichkeit bezweifeln: wir seien zwar elektronisch, virtuell miteinander verbunden, in Wirklichkeit leben wir aber getrennt voneinander. So schauen viele "Onliner" mehr dem Monitor in die Röhre als ihren Mitmenschen in die Augen.
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JuSaBlog - 29. Nov, 01:13



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